Christoph und Zippora Dürig mit Sohn | (c) privat

Zippora und Christoph Dürig – Zur Familie mit Umwegen

Mit der Adoption ihres Sohnes beschreiten sie einen anderen Weg zum Familienglück.
 
Publiziert: 15.10.2019 20.10.2019

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Bei Zippora und Christoph Dürig entwickelt sich nach einigen Jahren der Ehe der Wunsch nach Kindern. Nach etlichen erfolglosen Versuchen schwanger zu werden, beschreitet das Ehepaar einen anderen Weg zum Familienglück: die Adoption ihres Sohnes aus Äthiopien. Doch diese Adoption entpuppt sich als ein langer Prozess mit vielen scheinbar unüberwindbaren Hürden.

Beim Arzt erhalten Zippora und Christoph Dürig den niederschmetternden Bericht: Es besteht eine sehr geringe Chance, jemals eigene Kinder zu kriegen. «Nach dieser Diagnose hätte ich jeden Kinderwagen umwerfen können». So enttäuscht und wütend war Zippora über ihre Kinderlosigkeit. Das Ehepaar braucht viel Zeit und Kraft, um diese Diagnose zu verarbeiten und damit umgehen zu können. «Es ist für uns im Nachhinein aber nicht nur die Diagnose des Arztes, sondern primär Gottes Diagnose.»

 

«Nach dieser Diagnose hätte ich jeden Kinderwagen umwerfen können.»
Zippora und Christoph Dürig

Trotzdem Familie

Zippora und Christoph setzen sich mit anderen Möglichkeiten auseinander, eine Familie zu gründen. Sie haben beide ein grosses Herz für Afrika. «So kam in uns der Wunsch auf, einem Kind, das keine Eltern hat, Eltern zu werden.» Am Anfang des Adoptionsprozesses bestimmen sie das Land, aus welchem sie ein Kind adoptieren möchten: Äthiopien. Sie stellen ein Dossier mit etlichen erforderlichen Dokumenten und Bewilligungen zusammen.

Nach 18 Monaten reichen sie ihr Dossier bei den Behörden ein. Direkt nach der Einreichung reist das Ehepaar nach Äthiopien, um das Land und die Kultur besser kennen zu lernen und so warten sie nur noch auf ihren Kindervorschlag, der sie jeden Moment erreichen kann.

Der Hürdenlauf

«Sind die Behörden bei diesen beinahe unüberwindbaren Hürden überhaupt an der Adoption interessiert?» Diese Frage stellen sich Zippora und Christoph, nachdem sie den ersehnten Kindervorschlag nach langer Zeit nicht erhalten. Die Warteschlange für Adoptionen von äthiopischen Kindern ist sehr lange, zudem ist Äthiopien in einer Krisensituation und so werden die Zweifel immer grösser, ob das Ehepaar jemals ein Kind adoptieren kann.

Zwei Jahre nach der Einreichung ihres Dossiers - als Zippora und Christoph bald aufgeben - erhalten sie am 22. Dezember 2016 einen unerwarteten Anruf: Genau in einer Woche sollen sie ihren Sohn in Addis Abeba abholen.

«Wir sind ausgestiegen, und er ist uns mit offenen Armen entgegenrannt. Er hat uns von Anfang an als Mama und Papa in die Arme geschlossen.»
Zippora und Christoph Dürig

Das lang ersehnte Kind

«Als wir mit dem Bus in diese Einrichtung eingefahren sind, war dort ein kleiner Junge, der suchend in den Bus reingeschaut hat. Wir sind ausgestiegen, und er ist uns mit offenen Armen entgegenrannt. Er hat uns von Anfang an als Mama und Papa in die Arme geschlossen.» Ab diesem Moment gehört dieser Junge zu Zippora und Christoph als ihr Sohn. Drei Wochen lang werden in Äthiopien weitere nötige Dokumente erstellt, bis sie ihn endlich mit in die Schweiz nehmen dürfen.

«Unser Sohn ist ein Kind mit Rucksack, er hat bereits als Baby um sein Überleben gekämpft.» So lernen Zippora und Christoph, mit der Situation ihres Sohnes umzugehen und ermöglichen ihm auf diese Weise eine behütete Kindheit. Sie sind einem elternlosen Kind Eltern geworden.

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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